Achtsamkeit – ein erster Wurf

Was ist eigentlich Achtsamkeit?

Ein großes Wort. Aber ein feines. Überlegen wir mal: achtsam sein. Auf etwas achten. Beachten.

Klingt schon recht stressfrei, oder? Naja, beinahe. Wenn wir gleich zum Kern kommen wollen: Was nützt Achtsamkeit im Familienalltag? Was hilft es, achtsam zu sein – um Erwerbstätigkeit, Kinder, Haushalt und social life zu managen?

Legen wir erst ein paar Grundlagen:

Achtsamkeit bedeutet einfach, dass Sie sich mit freundlicher Akzeptanz bewusst sind, wo Ihr Geist von einem zum nächsten Moment ist. Diese Art einfacher Aufmerksamkeit kann eine tief transformierende Wirkung auf unser tägliches Leben haben. Wir können lernen, sehr gewöhnliche Dinge zu genießen, wie das Aroma eines Apfels zum Beispiel. Wir können lernen, große Härten zu ertragen, wie den Tod eines geliebten Menschen, einfach, indem wir lernen, bewusst zu sein.

Germer, Siegel, Fulton (Hrsg) .Achtsamkeit in der Psychotherapie

Andere Aspekte zur Achtsamkeit, direkt aus der frühen buddhistischen Lehre:

„Weise Aufmerksamkeit“ ist das lenkende Hintergrundbewusstsein, die für das
tiefe Verstehen des übergeordneten Zwecks der Achtsamkeit sorgt. „Wissensklarheit“ oder „Wachsamkeit“ überschaut die körperlichen, rednerischen und geistigen Aktivitäten, um diese positiv zu formen. „Begeisterung“ bringt den notwendigen Willen hervor, um das Heilsame zu entwickeln. „Achtsamkeit“ bleibt der Phänomene konsequent gewahr. Damit „sieht“ sie zunehmend deren
Wesen, was etwa im Satipatthana- Sutta am häufig wiederholten Refrain klar wird – dem Herz der Rede.

Hans Gruber: Buddhismus Aktuell 4/11

Achtsamkeit meint tatsächlich, sich auf das vor einem Liegende zu besinnen. Im Klartext:

Wenn ich esse, dann esse ich. 

Nicht: parallel im Kopf listen wälzen, die Kinder maßregeln, fernsehen, lesen, und was wir sonst noch so alles parallel zu leisten imstande sind. Einfach nur essen.

Wenn ich laufe, dann laufe ich. 

Nicht: Im Kopf besagte Listen wälzen, geistig Streitgespräche mit nervigen Mitmenschen führen, keine Buchhaltung organisieren, keine .. ja genau. Nichts weiter, nur laufen.

Wenn ich mich wasche, dann wasche ich mich. 

Nicht: gleichzeitig das Waschbecken sauber machen, die Kinder zum Zähneputzen animieren, die Wäsche sortieren, die Dusche abziehen. Einfach nur: waschen.

Was macht das mit uns – und unserem Leben?

Im Idealfall entspannt Achtsamkeit. Entstresst. Entschleunigt. Weil wir im Augenblick leben – und ihn genießen können. So lautet die Theorie.

Das schwierige ist: Man löst sich zunächst von dem „Ja aber, ich hab doch keine Zeit!“ Gedanken. In der (westlichen) Theorie ergibt sich die Zeit für all die kleinen, anstehenden Gedanken und Planungen dadurch, das wir gezielt agieren. Gezielt denken, gezielt entspannen. Bewusst im Hier und Jetzt bleiben.

Manchmal flattere ich von einem Auftrag zum Facebook-Account zu den E-Mails zum halbleeren Kaffeetopf zum Auftrag. So geht das hin und her – und ist wenig hilfreich. Denn fertig werde ich auf diese Weise nicht. Sinnvoller: bewusst bei einer Aufgabe verweilen. Alles andere ausblenden. Konzentration trifft es als Wort nur halb. Denn Achtsamkeit hat etwas Meditatives an sich, das die herkömmliche Konzentration eben nicht mit sich bringt.

Den Vorgang der bewussten Beobachtung verwendet übrigens auch Emmi Pikler. Eltern sollen sich (nach Pikler) gänzlich ihren Kindern widmen – ohne sie in ihrem Bewegungsdrang zu hemmen. Da sein, beobachten, ermuntern. Ohne nebenher zu lesen, Nachrichten zu schreiben und Listen zu führen. Ohne permanent einzugreifen, zu helfen oder zu kommentieren. Achtsamkeit bedeutet hier auch schlicht, sein Gegenüber wirklich zu sehen. Ohne Bewertung.

Worauf sollten wir achten, was sind die Grundpfeiler?!

Jetzt wird es schwierig. Denn natürlich, wie immer, setzt das in uns selbst an. Daran arbeite ich noch – für mich selbst.

Im Alltag reicht es oft, mal genau hinzuschauen: Was mache ich hier gerade? Betreibe ich mal wieder Multitasking? Obwohl ich doch beim Monotasking bleiben wollte!

Ich werde diesen Abschnitt noch ergänzen, sobald ich hier weiter komme. Gerne auch mit euren Ideen.

Hilft euch Achtsamkeit im Alltag, um Familie, Beruf, Hobby und so weiter unter den einen, viel beschrieen Hut zu bringen? Wann klappt es, wann nicht? 

 

Sabrina
Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann & zwei Kindern in enger Gemeinschaft. Feministisch, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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