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Rezension: Lauf einfach!

„Läufst du Marathon?“ fragte mich eine Kollegin ungläubig, als sie das Buch „Lauf einfach! Marathontraining zwischen Job und Familie“ von Kerstin Lingemann auf meinem Platz im Lehrerzimmer liegen sah.

Nein, ich laufe keine Marathons und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich das jemals tun werde.

Aber mich interessiert die Frage, wie man eine Marathonvorbereitung oder auch ein anderes zeitaufwändiges Hobby mit Job und Familie vereinbaren kann. Daher erhoffte ich mir von dem Buch Anregungen auch für meinen Alltag.. Denn auch ich verbringe durchaus noch einige Zeit mit meinem Ehrenamt.

Tagebuch

Zunächst muss ich sagen, dass es sich bei Lauf einfach! nicht um einen Ratgeber handelt. Die Autorin führt über ein Jahr Tagebuch und berichtet über ihr Lauftraining und die Wettbewerbsvorbereitung für den Berlin-Marathon. Neben dieser Vorbereitung hat sie in Teilzeit gearbeitet, den Haushalt geführt und sich um ihre beiden Kinder gekümmert.

Unterstützung

Schnell wird deutliich, dass die ganze Familie dieses zeitaufwändige Hobby mittragen muss. Die Autorin hat die Unterstützung ihres Mannes und auch die Kinder beschweren sich nur selten darüber, dass die Mutter so viel trainiert und im Anschluss daran oft müde ist.

Der Stil dess Tagebuchs ist knapp und sachlich. Der Text lässt sich gut lesen, auch wenn ich als Nicht-Läuferin mit den laufspezifischen Angaben wenig anfangen kann.

Training im Alltag

Das interessanteste Kapitel war für mich die Trainingswoche 8 in der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon. Denn in diesem Abschnitt beschreibt Kerstin Lingemann, wie sie das Training im Alltag unterbringt. Dabei wird deutlich, dass das Training ein enormer Zeitfaktor ist und dies durchaus uch viel Stress bedeutet. Man merkt aber auch, dass die Autorin versucht, das Training so einzurichten, dass ihre Knder dadurch möglichst wenig belastet werden. Sie läuft z. B.. während die Kinder noch im Hort sind oder sogar früh morgens, bevor alle anderen aufstehen.

Fazit

Die Autorin hält sich konsequent an den Tagebuchstil und so gibt sie auch keine Tipps, wie man sich organisieren kann sondern beschreibt, wie sie es in der konkreten Situation gemacht hat. So ist ein Buch entstanden, was die Begeisterung der Autorin für das Laufen spüren lässt. Ich persönlich habe aber durch die Lektüre keine Anregungen für meinen Alltag bekommen. Dennoch fand ich den Bericht sehr interessant. Schön wäre es für mich noch gewesen, die Gedanken des Partners und der Kinder zum Hobby ihrer Mutter zu erfahren, aber das gab das gewählte Tagebuchformat leider nicht her.

 

Kerstin Lingemann: Lauf einfach! Marathontraining zwischen Job und Familie. bod 2015

 

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