Allgemein, Tipps & Tricks
Kommentare 1

Die Gnade der kleinen Schritte

Es gibt stapelweise Literatur dazu, Aufgaben/Probleme/Ideen mit der Philosophie der „kleinen Schritte“ zu bewältigen. Wir machen das als Eltern quasi per se. Weil: Mit Hauruck und ganz viel Action geht schon mal gar nichts. Was wir brauchen, ist Geduld. Oder, wie ich neulich zu lesen bekam:

Je hektischer die Eltern, desto langsamer die Kinder. So will es das Gesetz.

(Falls jemand die Quelle kennt, bitte bei mir melden, danke!)

Irgendwann lösen sie sich alle

Ungefähr 5 Jahre lang (!) waren abendliche Termine für mich .. nun sagen wir, schwierig. Erst das eine Kind, dann das andere Kind: Beide hatten es abends nicht so mit Papa, Oma, Opa, andere Oma/Opa.. alle doof. Außer Mama. Es ist auch nicht so, als hätten wir das nicht probiert. Oft. In wechselnder Konstellation. Haben wir alles – aber es ging nicht.

Jetzt: Ich war neulich den Tag über arbeiten. Danach 3h daheim mit den Kindern. Bin dann zum Laternenbasteln ausgezogen (man gönnt sich ja sonst nichts). Wieder heim gekommen, den Hund angeleint und zum abendlichen Moonwalk aufgebrochen.

Und die Kinder? Das eine bastelt und genießt einen letzten Film am Abend. Das andere ist pünktlich wie ein Uhrwerk eingeschlafen. Selbstverständlich friedlich, entspannt und so, wie man sich das in der ersten Schwangerschaft  noch so vorstellt.

Die Gnade schleicht sich an

Sie kommt schleichend.

  1. Mit dem Kind, dass sich einen ganzen Nachmittag mit sich selbst beschäftigt – und plötzlich sind [hier wichtige komplexe Tätigkeiten einfügen, wie ungestört kochen, telefonieren, arbeiten oder einen Roman schreiben] wieder drin. Also, bis der Hunger kommt.
  2. Mit einem Kind, dass sich mit Freunden verabredet und entweder im eigenen Zimmer oder direkt in anderen Haushalten stundenlang „not available“ ist.
  3. Mit einem Kind, dass sich Ferien bei der Oma einfordert – und sogar durchhält!
  4. Mit einem Kind, dass nicht mehr jeden. einzelnen. Gedanken. unterbricht.

Ja, ich nenne das eine Gnade. Wer eins dieser aktiven, fordernden, high need Babys hatte (und ich hatte letztlich 2!), der ist für jeden zu Ende gedachten Gedanken dankbar. Sehr.

Und plötzlich ist da diese Freiheit zurück. Abends weggehen zu können (wenn denn alternative Betreuungsperson vorhanden sind UND Zeit haben). Etwas zu Ende machen zu können. Freier planen zu können. Und manchmal, ab und an: Auch mal bewusst Kuschelzeiten einfordern zu „müssen“, weil sie einem selber fehlen. Und die Kinder plötzlich so groß wirken.

Sie kommt nicht mit Riesenschritten. Sie kommt mit ganz kleinen Schritten. Mal ein paar Stunden bei den Großeltern, dem Babysitter. Mal ein Abend, an dem einen kein Anruf nach Hause beordert. Ein völlig friedlicher Nachmittag. Ein erledigter Auftrag trotz Kindern daheim.

1 Kommentare

  1. Ja, sie kommen. Und wie Du schon schreibst, plötzlich muss man die Kuschelmomente einfordern, die einem vorher manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu oft oder zu lange vorkamen. Wir hatten neulich nur die zwei großen Kinder da, das Kleine (5 Jahre) war im Urlaub. Mann, war das ruhig! Und das war sowohl positiv als auch ein bisschen negativ, ganz merkwürdig!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.